Der Proxmox-Installer ist durchgelaufen – und jetzt? Genau hier setzt diese Anleitung an. In sieben klaren Schritten richtest du Proxmox VE 9 nach der Installation so ein, dass dein Server aktuell ist, den kompletten Speicher für VMs nutzt und ohne Abo Updates bekommt. Jeder Schritt enthält den genauen Klickpfad, die Befehle zum Kopieren und ein „Fertig, wenn …“, an dem du erkennst, dass alles geklappt hat.
Die Anleitung ist für deinen Server bei MagicHosting geschrieben – privat genutzt, im Homelab oder als Spielwiese für eigene VMs und LXC-Container. Sie funktioniert aber genauso auf jedem anderen frisch installierten Proxmox VE 9.
Das brauchst du
- Proxmox VE 9, per ISO über das MagicHosting-Kundenpanel installiert
- Zugang zum MagicHosting-Kundenpanel
- Die IP-Adresse deines Servers
- Das root-Passwort, das du bei der Installation vergeben hast
- Einen aktuellen Browser (Chrome, Firefox, Edge oder Safari)
Warum das No-Subscription-Repository?
Proxmox VE ist Open Source und kostenlos. Updates gibt es auch ohne Abo – über das No-Subscription-Repository. Das ist dieselbe Software, allerdings ohne Hersteller-Support und mit etwas kürzer getesteten Paketen. Für private Server und Homelabs passt das sehr gut. Für den produktiven Einsatz in Firmen empfiehlt Proxmox eine Subscription mit Zugang zum Enterprise-Repository.
| Enterprise-Repository | No-Subscription-Repository | |
|---|---|---|
| Kosten | kostenpflichtiges Abo | kostenlos |
| Pakete | besonders lange getestet | dieselbe Software, kürzer getestet |
| Hersteller-Support | ja (je nach Abo) | nein, Community-Forum |
| Ohne Abo nutzbar | nein (Fehler „401 Unauthorized“) | ja |
| Passt für | Unternehmen, produktive Cluster | private Server, Homelab, Tests |
Überblick: In 7 Schritten zum fertigen Server
| Schritt | Was passiert | Klickpfad |
|---|---|---|
| 1 | ISO auswerfen und Proxmox starten | Kundenpanel › Tools › ISO demounten |
| 2 | Enterprise aus, No-Subscription an | Node › Updates › Repositories |
| 3 | Refresh und Upgrade | Node › Updates |
| 4 | LVM-Thin „data“ löschen | Node › Disks › LVM-Thin |
| 5 | Root-Volume vergrößern | Node › Shell (zwei Befehle) |
| 6 | Storage „local“ für VM-Disks freigeben | Datacenter › Storage › local › Edit |
| 7 | DNS-Server eintragen | Node › System › DNS |
Schritt 1: ISO auswerfen und Proxmox starten
Nach der Installation steckt die Proxmox-ISO noch als virtuelle DVD im Server. Solange sie drin ist, bootet der Server immer wieder in den Installer statt in dein frisch installiertes System.
- Den Installer laufen lassen, bis „Installation successful!“ erscheint. Danach startet der Server automatisch neu.
- Im MagicHosting-Kundenpanel deinen Server öffnen und unter Tools die ISO demounten (auswerfen).
- Server neu starten: Stop, danach Start. In der Konsole erscheint die Adresse der Weboberfläche.
- Im Browser
https://DEINE-IP:8006öffnen. Die Zertifikatswarnung ist normal (Proxmox nutzt anfangs ein selbst signiertes Zertifikat): über Erweitert weiter zur Seite. - Anmelden mit root und deinem Passwort aus der Installation. Der Realm bleibt Linux PAM standard authentication.
Welcome to the Proxmox Virtual Environment. Please use your web browser to
configure this server - connect to:
https://DEINE-IP:8006/Schritt 2: Enterprise-Repository deaktivieren, No-Subscription aktivieren
Die Enterprise-Repositories funktionieren nur mit Abo. Ohne Abo enden Updates mit „401 Unauthorized“. Du schaltest sie deshalb ab und nimmst stattdessen das kostenlose No-Subscription-Repository.
- Links deinen Node anklicken, zum Beispiel node01, dann Updates › Repositories.
- Die Zeile mit ceph-squid und enterprise markieren und oben auf Disable klicken.
- Die Zeile pve-enterprise markieren und ebenfalls Disable klicken.
- Auf Add klicken.
- Bei Repository den Eintrag No-Subscription wählen und mit Add bestätigen.
You get updates for Proxmox VE
The no-subscription repository is not recommended for production use!Der gelbe Hinweis gehört bei privater Nutzung einfach dazu – er erinnert nur daran, dass für Firmen das Enterprise-Repository gedacht ist.
Schritt 3: Updates installieren (Refresh und Upgrade)
Proxmox holt jetzt alle Updates, die seit der Installations-ISO erschienen sind. Refresh lädt die Paketliste, Upgrade installiert die Pakete.
- Links deinen Node anklicken und Updates öffnen.
- Refresh klicken und den Hinweis „No valid subscription“ mit OK bestätigen. Bei TASK OK das Fenster schließen.
- Upgrade klicken. Eine Konsole öffnet sich und zeigt alle Pakete, die aktualisiert werden.
- Bei „Do you want to continue? [Y/n]“
yeintippen und Enter drücken. - Wenn die Konsole fertig ist, schließen. War ein Paket proxmox-kernel dabei, oben rechts auf Reboot klicken, damit der neue Kernel startet.
Do you want to continue? [Y/n] ySchritt 4: LVM-Thin „data“ löschen (local-lvm entfernen)
Der Installer teilt die Festplatte in drei Teile: das System (root), den Swap und einen Thin-Pool namens data, der in der Oberfläche als Storage local-lvm erscheint. Du löschst den Thin-Pool, damit sein Platz im nächsten Schritt dem System – und damit deinen VMs – zugutekommt.
- Links deinen Node anklicken, dann Disks › LVM-Thin.
- Die Zeile data markieren und oben rechts auf More klicken.
- Destroy wählen.
- Zur Bestätigung
pve/dataeintippen. - Den Haken bei Cleanup Disks entfernen. Cleanup Storage Configuration bleibt an.
- Remove klicken und warten, bis der Vorgang fertig ist.
| Zeitpunkt | Inhalt der Volume Group „pve“ |
|---|---|
| Nach der Installation | swap · root · data (Thin-Pool) |
| Nach Schritt 4 | swap · root · freier, ungenutzter Platz |
| Nach Schritt 5 | swap · root (+100 % FREE für root) |
Schritt 5: Root-Volume vergrößern (lvextend und resize2fs)
Der Platz des Thin-Pools ist jetzt frei, gehört aber noch niemandem. Zwei Befehle geben ihn dem System (root) – im laufenden Betrieb, ganz ohne Neustart.
- Links deinen Node anklicken und Shell öffnen.
lvextend -l +100%FREE /dev/pve/rooteingeben und mit Enter ausführen. Das Root-Volume bekommt den kompletten freien Platz.resize2fs /dev/pve/rooteingeben und mit Enter ausführen. Das Dateisystem wächst auf die neue Größe.- Zur Kontrolle
df -h /eingeben. Unter Size steht jetzt fast die ganze Plattengröße.
lvextend -l +100%FREE /dev/pve/root
resize2fs /dev/pve/root
df -h /Size of logical volume pve/root changed from … to ….
Logical volume pve/root successfully resized.
Filesystem at /dev/pve/root is mounted on /; on-line resizing required
The filesystem on /dev/pve/root is now … (4k) blocks long.Was die Befehle bedeuten: lvextend vergrößert das logische Volume, -l +100%FREE heißt „nimm den gesamten freien Platz der Volume Group“. resize2fs zieht danach das ext4-Dateisystem auf die neue Größe nach – vorher wüsste das System nichts vom zusätzlichen Platz.
Schritt 6: Storage „local“ für VM-Disks und Container freigeben
Ohne local-lvm brauchen VMs und Container einen neuen Platz. Der Storage local liegt auf dem jetzt großen Root-Volume (Verzeichnis /var/lib/vz), nimmt ab Werk aber nur ISOs, Vorlagen, Backups und Importe auf. Das änderst du mit zwei Haken.
- Links ganz oben Datacenter anklicken, dann Storage.
- Die Zeile local markieren und Edit klicken.
- Bei Content zusätzlich Disk image (VM-Festplatten) und Container (LXC) anhaken. Die übrigen Haken bleiben.
- Mit OK speichern.
| Haken in der Oberfläche | Wofür | Interner Name |
|---|---|---|
| Disk image | Festplatten deiner VMs | images |
| Container | Dateisysteme deiner LXC-Container | rootdir |
| ISO image | Installationsmedien | iso |
| Container template | Vorlagen für LXC-Container | vztmpl |
| Backup | Sicherungen (vzdump) | backup |
| Import | importierte Disks und Appliances | import |
| Snippets | Cloud-Init- und Hook-Dateien | snippets |
Schritt 7: DNS-Server eintragen (1.1.1.1 und 8.8.8.8)
Damit dein Server Adressen wie download.proxmox.com zuverlässig auflöst, trägst du feste DNS-Server ein: 1.1.1.1 von Cloudflare und 8.8.8.8 von Google.
- Links deinen Node anklicken, dann System › DNS.
- Edit klicken.
- Bei Search domain
pve.orgeintragen. - Bei DNS server 1
1.1.1.1eintragen. - Bei DNS server 2
8.8.8.8eintragen. DNS server 3 bleibt leer. - Mit OK speichern. Die Einstellung gilt sofort, ohne Neustart.
- Optional prüfen: In der Shell
cat /etc/resolv.confeingeben. Dort stehen genau diese drei Werte.
search pve.org
nameserver 1.1.1.1
nameserver 8.8.8.8Geschafft: deine Checkliste
Dein Proxmox ist aktuell, nutzt den ganzen Speicher und ist bereit für die ersten VMs und Container.
- ISO ausgeworfen, Proxmox startet
- Login unter
https://DEINE-IP:8006klappt - Enterprise-Repositories (pve und Ceph) deaktiviert
- No-Subscription-Repository hinzugefügt
- Refresh und Upgrade durchgelaufen
- LVM-Thin „data“ gelöscht
lvextendundresize2fsausgeführt- local: Disk image und Container aktiv
- DNS: pve.org, 1.1.1.1 und 8.8.8.8
Spickzettel
| Was | Wert |
|---|---|
| Weboberfläche | https://DEINE-IP:8006 |
| User name | root |
| Realm | Linux PAM standard authentication |
| Search domain | pve.org |
| DNS server 1 | 1.1.1.1 |
| DNS server 2 | 8.8.8.8 |
lvextend -l +100%FREE /dev/pve/root
resize2fs /dev/pve/root
df -h /Wenn etwas hakt: Fehler und Lösungen
| Was du siehst | Was hilft |
|---|---|
| Nach dem Neustart startet wieder der Installer | Die ISO hängt noch. Im Kundenpanel unter Tools demounten, dann neu starten. |
| Die Weboberfläche lädt nicht | Proxmox läuft nur per https auf Port 8006: https://DEINE-IP:8006 – nicht http:// und nicht ohne Port. |
| Refresh meldet „401 Unauthorized“ | Ein Enterprise-Repository ist noch aktiv. Schritt 2 prüfen. |
| Refresh meldet „Temporary failure resolving“ | DNS fehlt. Schritt 7 erledigen und Refresh wiederholen. |
resize2fs meldet „Bad magic number“ | Das System nutzt XFS. Stattdessen xfs_growfs / ausführen. |
| local fehlt beim Anlegen einer VM als Ziel | Bei local ist Disk image nicht angehakt. Schritt 6 prüfen. |
Wie geht es weiter?
- Erste VM anlegen: Mit Cloud-Init-Template, VirtIO-Hardware und Firewall – Schritt für Schritt in unserer Anleitung Proxmox VM mit Cloud-Init erstellen.
- VM oder Container? Wann eine KVM-VM und wann ein schlanker LXC-Container passt, erklärt KVM oder LXC?.
- Backups einplanen: Unter Datacenter › Backup legst du regelmäßige Sicherungen an – unsere 3-2-1-Backup-Strategie zeigt, worauf es ankommt.
- Zugang absichern: Aktiviere unter Datacenter › Permissions › Two Factor die Zwei-Faktor-Anmeldung und lies, wie du SSH mit Schlüsseln und Firewall absicherst.
- Noch kein Server? Für Proxmox eignen sich unsere Dedicated Server – die Installation per ISO startest du direkt im Kundenpanel.
Häufige Fragen
Ist Proxmox VE 9 kostenlos?
Ja. Proxmox VE ist Open-Source-Software und ohne Lizenzkosten nutzbar. Ein kostenpflichtiges Abo bringt den Zugang zum Enterprise-Repository und Hersteller-Support, ist für private Server aber nicht nötig.
Ist das No-Subscription-Repository sicher?
Es enthält dieselbe Software wie das Enterprise-Repository, die Pakete werden nur etwas kürzer getestet. Für private Server, Homelabs und Testsysteme ist das die übliche Wahl. Für produktive Firmenumgebungen empfiehlt Proxmox eine Subscription.
Warum bekomme ich bei Updates „401 Unauthorized“?
Dann ist noch ein Enterprise-Repository (pve-enterprise oder Ceph enterprise) aktiv. Ohne Abo verweigert dieser Server den Zugriff. Deaktiviere beide Einträge unter Updates › Repositories und füge das No-Subscription-Repository hinzu.
Was ist der Unterschied zwischen local und local-lvm?
local ist ein Verzeichnis-Storage (/var/lib/vz) auf dem Root-Dateisystem und speichert Dateien wie ISOs, Backups oder qcow2-Festplatten. local-lvm ist ein LVM-Thin-Pool, der VM-Festplatten als Blockgeräte ablegt. Nach dieser Anleitung liegen deine VMs als qcow2-Dateien auf local – inklusive Snapshot-Unterstützung.
Kann ich local-lvm auch später noch löschen?
Ja, aber nur, wenn darauf keine VM-Festplatten und Container mehr liegen. Verschiebe sie vorher über Hardware › Disk Action › Move Storage auf einen anderen Storage, sonst gehen die Daten verloren.
Brauche ich nach lvextend und resize2fs einen Neustart?
Nein. Beide Befehle arbeiten im laufenden Betrieb. Mit df -h / siehst du sofort die neue Größe.
Warum 1.1.1.1 und 8.8.8.8 als DNS-Server?
Beide Resolver – von Cloudflare und Google – sind schnell und hoch verfügbar. Antwortet der erste nicht, fragt Proxmox automatisch den zweiten. So laufen Updates und Downloads zuverlässig.
Fragen zu deinem Server oder zur Einrichtung? Unser Support hilft dir gern weiter – erstelle einfach ein Ticket.
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